Ausgabe 2-2021 : Mai

Jede Beziehung ist wertvoll

Das "Nein" der Glaubenskongregation Mitte März als Antwort auf die Frage "Hat die Kirche die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen?", hat viele Gläubige stark getroffen.

Mit ihrer Aktion „Mein Gott segnet alle“ setzten die Kolpingjugend und Pfadfinder Düsseldorf-Vennhausen ein deutliches Zeichen.

Es hat nicht nur (Jugend-)Verbände, sondern auch Priester, Bischöfe, Seelsorgende und viele Gläubige dazu bewegt, laut zu werden. Laut zu werden gegen das Verbot, Verbindungen zu segnen, die nach Meinung des Vatikans nicht dem Schöpfungsplan Gottes entsprechen.

Auch ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, dass eine Segnung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften noch immer so klar verneint und Lebensrealitäten ausgeblendet werden. Wie kann das Leben und Lieben gleichgeschlechtlicher Paare vor Gott als weniger wertvoll angesehen werden als das Leben und Lieben eines jeden anderen Paares? Jede Beziehung ist wertvoll. Eine Beziehung, in der man aufeinander achtet, sich umeinander sorgt und sich als gleichwertige und geliebte Kinder Gottes annimmt, ist ein Segen und muss gesegnet werden dürfen.

"Die Kirche muss sich verändern und die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Gläubigen anerkennen."

Denn das ist es, worum die Paare bitten, um den Segen und den Schutz Gottes auf ihrem Lebensweg und in ihrer Beziehung. Es ist die Bitte darum, von Gott auf ihrem Weg begleitet zu werden. Die Befürchtung, dass die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der sakramentalen Ehe verwechselt werden kann, sehe ich nicht.

Ich sehe viel stärker die Diskriminierung all jener Menschen, die sich entschieden haben, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft einzugehen. Menschen, die von Gott geliebt werden. Menschen, die sich gegenseitig lieben. Und ihnen soll eine Segnung verwehrt bleiben?

Die Kirche muss sich verändern und die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Gläubigen anerkennen.  Nur so können sich gerade junge Menschen, die die Zukunft der Kirche sind, auch weiter mit ihr identifizieren. Nur so werden sie auch weiterhin Kirche mitgestalten wollen.

Foto: Katharina Heyer

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